LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

Die fachliche Selbstbestimmtheit der Hochschulen unter dem Hochschulfreiheitsgesetz hat zu einer strukturellen und qualitativen Stärkung von Forschung und Lehre geführt und die NRW-Hochschulen wettbewerbsfähiger gemacht. Waren NRW-Universitäten in der ersten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder (2006/2007) noch weit abgeschlagen, so war die zweite Wettbewerbsrunde (2011) von einer massiven Zunahme der erfolgreichen Projekte gekennzeichnet, drei NRW-Universitäten waren Finalisten, zwei waren mit ihren Zukunftskonzepten erfolgreich. Insgesamt erhöhte sich die Drittmittelstärke der NRW-Universitäten von 2006 bis 2011 um mehr als 50 %.[1] Bei real schrumpfenden Landeszuschüssen finanzierten sich die NRW-Universitäten bereits im Haushaltsjahr 2011 zu ca. 14,5 % durch Drittmittel, aus denen 2011 9.500 Wissenschaftlerstellen finanziert wurden. Dadurch sind Karrierechancen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler entstanden.

In der Lehre sind die erfolgreiche Umsetzung des Bologna-Prozesses, gestiegene Studierendenzufriedenheit, kürzere Studienzeiten und höhere Abschlussquoten zu nennen. Vom WiSe 2006/07 bis zum WiSe 2012/13 ist die Anzahl der Studierenden an NRW-Universitäten von 340.000 auf 440.000 (+23 %) gestiegen, an den Fachhochschulen von 115.000 auf 180.000 (+ 35 %). Als jüngste Erfolgsgeschichte ist die vollkommen reibungslose ‚Bewältigung’ des doppelten Abiturjahrgangs zu nennen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Finanzierung der NRW-Hochschulen im Ländervergleich eine massive Unterfinanzierung erkennen lässt. Zum Vergleich: Pro Studierendem standen 2010 den NRW-Universitäten 7.550 € Grundmittel zur Verfügung; Niedersachsen: 12.000 €, Sachsen-Anhalt: 9.340 €, Hessen: 8.100 €.[2] NRW ist damit neben Berlin (7.400), Sachsen (6.540 €), Saarland (6.500 €) und Brandenburg (5.600 €) Schlusslicht in Deutschland. Die Wettbewerbsfähigkeit der NRW-Hochschulen konnte überhaupt nur durch die Möglichkeiten der Flexibilisierung erhalten werden, wie sie das aktuelle Hochschulgesetz zulässt. Diese Selbstverantwortung soll nun massiv beschnitten werden zugunsten einer zentralen Steuerung durch eine Ministerialbürokratie.

 

Nicht nur lässt das Gesetz keinerlei Verbesserungen für Forschung und Lehre erkennen, es steht vielmehr eine massive Beschädigung der Forschungsleistung und eine nachhaltige Schwächung der Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Lehre ins Haus. Abwanderung von Forscherinnen und Forschern sowie sinkende Attraktivität für Studierende und damit ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der NRW-Hochschulen werden die Folge sein.

 
 

[1] Quelle: MIWF, Stammdaten NRW 2011.

[2] Quelle: Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2013, S. 36.

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